FLECKS TIME PRODUCTION

Unter dem Namen Flecks Time Production arbeiten die Schwestern

Franziska Fleckenstein  (Drehbuchautorin, Regisseurin, Produktionsleiterin) und 

Catharina Fleckenstein (Schauspielerin, Regisseurin)  an Projekten, die sie

gemeinsam entwickeln und dafür verantwortlich zeichnen.

 

 

In Vorbereitung:

MENSCH SEIN  ·  BROSCHÜRE

Über den Text der Lesung hinaus, handelt es sich um eine literarische Dokumentation der Erlebnisse

eines jungen Menschen, der in den 1920er Jahren eine relativ unbeschwerte Kindheit in Mainz erlebte,

im Zweiten Weltkrieg Armeefunker in Norwegen wurde und bei Kriegsende in Gefangenschaft geriet.

Er hatte vergleichsweise Glück. Dennoch hinterließ diese Zeit tiefe Spuren. Viele Jahre später schrieb

er seine Erfahrungen auf. In verschiedenen Geschichten auf bestimmte Orte und Zeitabschnitte bezogen. 

„Es kommt alles wieder, was nicht bis zum Ende gelitten und gelöst wird.” Hermann Hesse

In diesem Sinne versuchen wir nachzuzeichnen, was unser Vater in den prägenden Jahren seiner Jugend

und seines Erwachsenwerdens erlebt hat. Wir haben seine Texte so zusammengestellt, dass ein

Gesamtbild entsteht.

Wie seine Erlebnisse und Geschichten auf uns Töchter gewirkt haben, erzählen wir aus der Sicht der

kleinen und großen Kinder.

 

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Theresienkapelle Singen e.V. 

 

 

MENSCH SEIN  ·  LESUNG

Ein Acker an der Fittingstrasse im Industriegebiet von Singen am Hohentwiel.

Hier wurden während des 2. Weltkriegs Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die 

zur Arbeit in Singener Betrieben oder in der Landwirtschaft im Hegau eingesetzt wurden,

in Baracken untergebracht.

Nach dem Krieg wurde das Lager für deutsche Kriegsgefangene genutzt.

Unser Vater kam im Winter 1945 dorthin. Er war 21 Jahre alt.

Im Frühjahr 1946 übernahm Capitaine Jean Le Pan de Ligny die Verantwortung für das

Dépôt 231 Bonaparte, camp de prisonniers de guerre. Unter seiner Leitung veränderte

sich das Lager von einem Hungerlager zu einem Musterlager.

Seinem Wirken ist es zu verdanken, dass die Gefangenen Lebensmut und Lebenswillen

entwickelten.

Noch heute ist die Theresienkapelle, die Capitaine de Ligny von Gefangenen bauen ließ,

sichtbares Zeichen der Versöhnung und Völkerverständigung.

Unser Vater wurde von Capitaine de Ligny mit der Leitung der Varieté-Gruppe betraut.

Mit dem Geld, das die Gastspiele einbrachten, konnte für die Kriegsgefangenen Essen, 

Zigaretten und sogar Alkohol besorgt werden.

Günther Fleckenstein (1924-2020) hat sehr viel später seine Erlebnisse dieser Zeit 

schriftlich festgehalten.

Aus diesen Texten und den Briefen anderer Mitgefangener entstand die

Lesung >Mensch Sein<, anläßlich des 75-jährigen Bestehens der Theresienkapelle.

Textauswahl von den Schwestern Fleckenstein.

Es lesen Wolfgang Gellert und Catharina Fleckenstein 

 

Unterstützt vom Förderverein Theresienkapelle Singen e.V. und

der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Würtemberg

 

 

 

 

FRANZISKA FLECKENSTEIN

Nach Lehr- und Wanderjahren als Regieassistentin an verschiedenen Bühnen in München,

bei Tourneetheatern und den Luisenburg Festspielen Wunsiedel, wurde Franziska Fleckenstein

ins feste Engagement an das Pfalztheater Kaiserslautern engagiert.

Dort realisierte sie als Hausregisseurin ihre ersten Inszenierungen.

Es folgten Gastinszenierungen unter anderen in Hamburg am Ernst Deutsch Theater und

am Staatstheater Karlsruhe. Seit 1997 lebt sie als freie Regisseurin in Hamburg.

Darüber hinaus begann sie, andere Künstler als Produktionsleiterin zu unterstützen,

und als Dramaturgin und Autorin an Theater- und Filmprojekten mitzuwirken.

Seit 2021 ist sie als Autorin für Microlearnings unter Vertrag.